Samstag, 11. Oktober 2008

Samstag, 11. Oktober- 1 Monat, 4 Wochen, 31 Tage…

Unsere Dachterasse- hier wohnt Paul
Wir mit Paul
Ein Haeufchen Elend: Beleidigter Paul nach dem Bad
Seetha in einem Haus im Tribe (In ihrer Hand hat sie einen Kochloeffel)
Kerstin beim Reis mahlen im Tribal Haus
Wir mit Banana (wohnt auch im Abhaya)
Laura beim Reis mahlen
Beim Essen von Bananenblaettern

Die Eroeffnung eines neuen HIV-Prevention Projekts. Link ist Shanka, der Director
Wir mit Banana und Seetha in ihrem fuer Pooja geschmueckten Haus
Im Aufenthaltsraum vom Abhaya beim Blumenbinden
Seetha und Shila Devi beim Blumenbinden
Die festlich dekorierten Autos fuer Ayudha Pooja (links der Abenteuer- Jeep)


normaler Verkehr in Indien
auch alles ganz normal
Kerstin beim Kokosnuss schluerfen
Laura beim Kokosnuss schluerfen
Stand der SHG fuer Pooja
Kerstin und Yuva Priya in Ooty
Gruppenfoto in Ooty
Lauras Mehendi
Kerstins Mehendi
Rani (Kindermaedchen) Laura und Amma (Koechin- bester Tee!!!)
UNSERE Kinder auf dem Weg zur Schule
Laura und die nichtsahnende Hemalata und Bethamai
Kinder bei der Competition in der Schule
Wir in einer Transgener Community
Unser Zuhause- Abhaya Student Shelter.
Rani Kerstin und Amma
Unser Reich (inzwischen dekoriert)

...bzw. 6324 Stunden sind vergangen seit wir uns in Frankfurt von Deutschland und unseren Freunden und Familien verabschiedet haben. In den vergangen Wochen haben wir uns hier gut eingelebt. Wir haben neue Freunde, die nettesten Mentoren und viele interessante Menschen und ihre Geschichten kennengelernt.
Viele dieser Hintergruende der Menschen haben wir durch unsere Field visits kennengelernt.

Mit den Projekten von APAC, welches sich auf die HIV/ AIDS Prevention in Industrien ausgerichtet hat, hatten wir Gelegenheit eine Druckerei, eine Stahlfabrik und eine Textilindustrie, sowie eine Backsteinfabrik zu besichtigen. Das fazinierende hierbei waren die stark manuell ausgefuehrten Arbeiten. Auch die Sicherheitsbedingungen sind hier nicht mit den deutschen Standards zu vergleichen. Besonders einschlagend haben uns die Lebensverhaeltnisse der Arbeiter der Backsteinfabriken getroffen. Diese sind meist Migranten, die vorwiegend nur bis zu einem halben Jahr in derUmgebung wohnen. Ihre ca. 5 qm grossen Backsteinhuetten muessen bis zu 5 Personen beherbergen. Obwohl es nur eine offene Feuerstelle und unbefestigten Boden gibt, wird einer Familie als Unterhaltung ein TV-Geraet vom Staat bereitgestellt. Trotz dieser oftmals fuer uns unvorstellbaren Lebensbedingungen ueberraschen die betroffenen Menschen mit ihrer Offenherzigkeit und ihrer positiven Lebenseinstellung. Leider haben wir keine Moeglichkeit mehr weiterhin in diesem Projekt zu arbeiten, da nach 7 Jahren Aufklaerungsarbeit und Bereitstellung von Bildung der Kinder das Projekt auslaeuft.

Auch in dem TAI- Projekt versuchen die Sozialabeiter von NMCT HIV/AIDS / STD (Sexual Transmitted Disease) einzudaemmen. Das Augenmerk liegt hierbei auf den Transsexuellen und Homosexuellen Maennern, die vorwiegend ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdienen. Ihnen wird medizinische Unterstuetzung geboten, aber vor allem wurde ihnen ein Zentrum bereitgestellt, in welchem sie ihr wahres Ich in Form von Tanz, Kleidung und generellen Verhalten ausleben koennen, ohne diskriminiert zu werden. Ausserdem wird Wert auf psychologische Hilfe gelegt und ihnen der Weg zu neuen Alternativen in ihrem Berufsleben geebnet.
Auf unserem Fieldvisit haben wir eine der vielen Transgender Community getroffen, die sich in ihrer eigenen Sprache unterhaelt und eine Familienstruktur aufweist, die fuer viele verstossene ein neues Zuhause ist.

Ein weiteren kurzen Einblick bekamen wir im Vimuthka Projekt, indem sich Frauen zu Self-Help-Groups (SHG) formieren um gemeinsam mit Hilfe von Kleinkrediten ein kleines Unternehmen aufbauen, um somit Geld zu verdienen. Es wird auch mit exakter Buchfuehrung darauf geachtet, dass ein jeder beginnt zu sparen, um besonders in Notsituationen nicht auf andere angewiesen zu sein. Desweiteren sind die SHG auch selbst sozial engagiert; so haben sie zum Beispiel die Kinder ausgewaehlt (nach den Kritierien des Lebensstandarts, der Familiensitation und der Bildungsmoeglichkeit) welche jetzt die Chance haben im unserem Abhaya Hostel zu leben.

Und gestern hatten wir den ersten Einblick in das Projekt in einer Tribal Area. Urspruenglich war ein grosses Meeting mit den Eingeborenen geplant. Wie das jedoch in Indien so ist, kam natuerlich alles ganz anders: Aufgrund des Todesfalls einer langjaehrigen Unterstuetzerin des Projektes, wurde das Meeting abgesagt und die Trauerfeier besucht. Bereits der Weg und der Besuch einiger Familien des Tribes war fuer uns sehr neu und abenteuerlich. Es ging ueber Huegel, Schlagloecher und sogar durch einen Fluss (jetzt wissen wir warum wir einen Jeep fahren). Auf dem Weg zu der Beerdigung haben wir immer mehr Menschen aufgelesen, sodas der 7 Sitzer mal wieder ueber 10 Menschen transportierte (wegen Platzmangel mit offenem Kofferraum).
Die Trauerfeier an sich war fuer uns sehr erschreckend und hat uns sehr mitgenommen, da die Angehoerigen lautstark weinend, schluchzend und klagend um den, in einem dunklen kleinen Raum auf Bananenblaettern aufgebahrten Leichnam knieten. Wir haben uns sehr fehl am Platz gefuehlt, und waren aber gleichzeitig froh, einmal nicht im Mittelpunkt zu stehen. Gott sei dank haben wir die Zeremonie verlassen bevor die Leiche in einem offenen Feuer verbrannt wurde. (So ist das im Tribe naemlich Tradition)


Wie man sieht, haben wir dank der Vielseitigkeit der Projekte von NMCT die Moeglichkeit eine Menge verschiedener Erfahrungen mitzunehmen. Obwohl wir schon so viel gelernt, gesehen und erlebt haben, stehen noch einige Projekte aus, die wir kennelernen duerfen. Nie haetten wir erwartet, dass eine 20 Jahre alte, von 2 Menschen (unsere Mentoren Seetha und Shanka) aufgebaute Organisation so weite Kreise schlagen kann.

An jedem neuen Tag, wenn wir von unseren Fieldvisits zurueckkehren, fuehlen wir uns schon so als wuerden wir nach Hause kommen, da wir im Abhaya von den Kindern und Mitarbeitern so herzlich aufgenommen werden. Der Unterricht hat seit einigen Tagen etwas verzoegert angefangen. Allerdings sind momentan 2/3 der Kinder zu Hause wegen Windpocken, aber naechste Woche koennen wir wohl richtig durchstarten. Das wird noch schwieriger als wir uns das vorgestellt haben (und wir sind mit sehr niedrigen Erwartungen eingestiegen) denn viele koennen nicht mal das Alphabet lesen oder schreiben. Aber Ende Februar hoffen wir wenigsten auf ein paar Erfolge zurueckblicken zu koennen. Ansonsten macht das Spielen mit den Kindern natuerlich nach wie vor richtig Spass, und irgendwie haben wir jetzt schon Angst vor dem Abschied. Denn bei so einer kleinen Gruppe von 15 Kindern baut man schnell eine starke Bindung auf.

Neben diesen Taetigkeiten darf das Vergnuegen und vor allem das Kulturelle natuerlich nicht zu kurz kommen. Seetha sorgt dafuer, dass wir soviel neue Fruchtsorten und aber auch Traditionen wie moeglich kennen lernen. So passiert jeden Tag der Biss ins Ungewisse, und der Anblick neuer Merkwuerdigkeiten. Zum Beispiel unsere ersten erlebten Feiertage: Ayudha Pooja. Das Fest zur Verehrung der Bildung (Buecher, LapTop, Busse, oder andere Arbeitsinstrumente). Wir durften life dabei sein beim Kauf der noetigen “Accesoires”: Bananenblaetter und Blumen (welche wir dann selbst in Ketten verarbeiten durften), zum schmuecken diverser Fahrzeuge und Haeusereingaenge, Puffreis Haselnuesse, Kokosnuss und Stangenweise Zuckerrohr (WIR LIEBEN ES!!!) zum knabbern, und natuerlich Farben zur Darstellung der Ehrung durch Bemahlung auf der Stirn, aber auch auf allen anderen vorstellbaren Gegenstaenden.
Natuerlich waren die 2 Feiertage arbeitsfrei. Und nicht nur das: es gilt als verboten an diesen Tagen auch nur ansatzweise mit Bildung zu tun zu haben. Besonders toll fanden wir den Verlauf des Abends, welchen wir bei Seetha zuhause verbringen durften. Es war ein besonderes Erlebnis (weil Kerstins Schuhe von den Hunden kaputtgebissen worden sind) und weil in dem Wohnzimmer eine Art Altar in Form eines Setzkasten mit 100 verschiedenen Figuren aufgebaut war.

Unser Tamil Unterricht macht auch Fortschritte, wir koennen schon richtig schreiben.Leider fehlen uns noch die Vokabeln, aber dass wird dann der naechste Schritt sein. Das schoenste ist einfach, dass wir uns mit den Menschen hier wirklich gut verstehen. Ausserdem koennen wir inzwischen hier in naeherer umgebung umherlaufen OHNE angestarrt zu werden.

Fuer die Hundeliebhaber unter euch: Paul geht es sehr gut, er nimmt fleissig zu. Ausserdem haben wir endlich Flohpuder bekommen, dass heisst er ist jetzt auch sauber. Wir haben ganz viele liebe Ratschlaege bekommen, wie wir ihn am besten grosspflegen sollten…leider sind unsere Moeglichkeiten jedoch beschraenkt, er bekommt meist einfach das zu fressen, was wir auch essen, und zwar: (kurze pause)… Reis!!! Aber uns schmeckt es und ihm auch!

Wir versuchen jetzt noch ein paar Bilder hochzuladen, was aufgrund des staendigen Stromausfalls nicht sehr einfach ist…drueckt (euch) die daumen dass es klappt!

Liebe Gruesse

Laura und Kerstin
PS: Lasst euch nicht von dem Roten Punkt irritieren… Das bedeuted nicht, dass wir verheiratet sind, sondern ist hier einfach Tradtion. Den Indern macht es tierisch Spass uns moeglichst Indisch zu stylen.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr zwei. Da seid ihr ja wirklich ganz schön rumgekommen und habt einen großen einblick erhalten. Pooja ist übrigens jede Andacht, versucht doch einmal den echten Namen des Feiertagas herauszubekommen.
Habt ihr mit der Lehrerin aus Hamburg Kontakt aufgenommen (siehe Kommentar)? Sie möchte u.U. eine Schulpartnerschaft mit eurem ASS geginnen, wie ich schon in eurer ATTP Mappe erklärt habe.
Wir denken an euch im goldenen Oktober im Odenwald.

Anonym hat gesagt…

hello schatzis,
es wär mal wieder zeit für nen neuen eintrag, es muss sich doch lohnen, dass ich jeden tag guck!
alles liebe

Unknown hat gesagt…

hallo ihr zwei!
hab jetzt zum ersten mal so richtig euren blog angeschaut.is ja echt toll was ihr da so alles machen könnt.der hund is ja auch der knalles.haben will.ich wünsche euch noch viel ausdauer und spaß bei euren projekten.
ganz liebe grüße aus marburg
lena

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