Montag, 17. November 2008

Montag, 17. November – ein paar schoene, erlebnissreiche Tage mit unseren Kindern...

Geburtstagskuchen wird angeschnitten
Wetthickeln
Ganz diszipliniert stehen sie da
Sie warten auf den Anpfiff
schoooeeenn!!
Das Feuer ist eroeffnet
und die Kleinen Freuen sich!
wir uns natuerlich auch

Da fehlt wohl ein Buchstabe
Popeye und Pauli....
... haben wir letzte Woche erlebt.
Heute ist wieder Montag, Dokumentationstag, sprich, eine Chance fuer uns mal wieder unser indisches Leben nach Deutschland zu befoerdern. Zum Glueck dauert dies nicht so lange, wie manche Briefe (Lauras brauchten doch tatsaechlich fast 4 Wochen), die von uns schon fleissig abgeschickt worden sind.

Am 13. November hatte Banupriya ihren 9. Geburtstag und es war das erste Mal, dass eines der Kinder durch das Abhaya die Chance hatte, ihren Geburtstag als etwas Besonderes feiern zu koennen. Da unsere Maedchen alle aus sehr armen Verhaeltnissen kommen, wurde bisher diesem Ereignis keine Beachtung geschenkt. Deswegen kennen einige noch nicht einmal ihren Geburtstag und bei Jothi zweifeln wir sehr an ihrem angegebenen Geburtsjahr.
Auch wir beide haben an diesem Tag sehr an zu Hause denken muessen, weil Kerstins Vater und Lauras Oma ebenfalls Geburtstag hatten. Als die Kinder abends aus der Schule kamen, gab es eine kleine Geburtstagsfeier mit Liedern, Glueckwuenschen und einem Kuchen. In Indien ist es ueblich, etwas ueber das Geburtstagskind zu sagen, bevor es den Geburtstagskuchen anschneiden darf. Durch die Aufmerksamkeit unserer Mentorin hatte sie von den 2 „Geburtstagskindern“ aus Deutschland mitbekommen und alle Anwesenden haben ihre Glueckwuensche auch an unsere Familienmitglieder uebermittelt. Stellvertretend fuer Papa und Oma durften wir dann mit Banupriya den Kuchen anschneiden. Es war total schoen fuer uns, dass sich alle mit unserer Familie zu Hause verbunden haben.
Natuerlich durfte Rolf Zuckowski mit „Heute kann es regnen...“ und das typische „3 mal hoch“ nicht fehlen.

Am naechsten Tag ging es dann weiter mit der guten Laune. Am 14. November ist in Indien traditionell der „Childrens Day“. Da dies ein besonderer Tag fuer die Kinder sein soll, wurden wir gefragt, ob wir uns nicht ein Programm fuer den Abend ueberlegen koennten. Unser Dach wurde also zu einer Spielstaette umfunktioniert, wo wir mit den Kindern einen kleinen Wettbewerb mit Disziplinen wie Seilspringen, Hickeln, Reise nach Jerusalem, Eierlauf und Tauziehen, veranstaltet haben. Anschliessend gab es dann die Siegerehrung, bei der natuerlich jedes der Maedchen ein Sieger des Abends war. Malathi, unsere Ansprechpartnerin aus dem KKID, hatte den Kindern Kracher und Wunderkerzen gesponsort, so dass wir gemeinsam mit ihr diesen Abend mit einem grossen Feuerwerk ausklingen lassen konnten. 14, mit Feuer unerfahrene Kinder unter Kontrolle und in Sicherheit zu bringen, war dabei das besondere Kunststueck. Es ist uns jedoch ohne groessere Traenen und Verbrennungen geglueckt, alle Kracher anzuzuenden.
Vollkommen ermuedet gingen die Kinder ins Bett, waehrend fuer uns aufraeumen angesagt war.
Vor einer Woche war Herr Tepel von der Karl Kuebel Stiftung zu Besuch bei NMCT. Er nutzte die Chance ein kleines Feedback von den Kindern und einigen Mitarbeitern ueber unseren Aufenthalt zu erhalten. Wir waren sehr geruehrt, als sie uns von ihren anfaenglichen Aengsten berichteten, die sich inzwischen in grosse Freude umgewandelt haben. Sie sind begeistert von unseren Spielen, Tanz-, Musik-, und Englischunterricht und bezeichnen uns strahlend als ihre Freunde, die doch bitte nicht wieder nach Deutschland zurueckgehen sollen.
In unserem Englischunterricht haben wir endlich eine richtige Struktur, sodass wir erste Erfolge verzeichnen koennen. Kerstin unterrichtet die 5.-8. Klasse, mit denen die Kommunikation in Englisch inzwischen ganz gut funktioniert. Laura versucht sich an den ganz Kleinen, die jedoch noch nicht einmal richtig Tamil schreiben koennen. Waehrend Kerstin Grammatik paukt, ist Lauras Kreativitaet fuer ausgefallenen Aktions-Unterricht gefragt. Durch dieses spielende Lernen haben die Maedchen am Samstag sogar gelernt, die Uhr zu lesen.

Nach diesem Erfolg wollten wir gerade unseren freien Nachmittag antreten, als Shankar uns mitteilte, dass es vor einer Stunde einen Todesfall in seiner Familie gegeben hatte. Seetha und Shankar wollten deshalb zur Kondolenz nach Kerala fahren. Die Stadt Kochin liegt 180 km von Coimbatore entfernt. Wir wurden spontan eingeladen, sie doch einfach auf der sechsstuendigen Autofahrt zu begleiten, uns fuer 2-3 Stunden die Stadt am Meer anzusehen und nachts wieder mit ihnen zurueckzufahren. Der Plan war gut, doch typisch indisch kam wieder alles anders.

Wir standen 2 Stunden im Stau und waren letztendlich erst nachts um 9 Uhr in Kochin. Da alles dunkel war und man keine Sehenswuerdigkeiten mehr besuchen konnte, fiel unsere Sightseeingstour aus. Stattdessen wurde richtig lecker gegessen und wir konnten sogar ein Foto vom Meer machen. Nach Tee, Ananas und Bananenchips haben wir dann den Rueckweg angetreten.
In Deutschland waere das wohl eine sinnlose Reise gewesen, (vor allem weil Shankar genau 30 Mintuen bei der Trauergemeinde sein konnte) hier aber war es wie immer ein grosses Erlebnis. Wir sind durch die traumhafte Landschaft von Kerala gefahren, haben von Seetha und Shankar viel ueber indische Traditionen gelernt und hatten zusammen einfach viel Spass.
Unser Spontantrip war nachts um halb 5 beendet und wir wurden zu Hause von einem inzwischen immer dicker und groesser werdenden Paul erwartet.

Einem langen Schlaf entgegensehnend, sind wir todmuede ins Bett gefallen.
Kerstin: “Laura, mach bloss den Wecker aus, morgen haben wir erstmals die offizielle Erlaubnis vom Chef, ausschlafen zu koennen!!“
Aber wir haben die Rechnung ohne unsere geliebten Kinder gemacht. Morgens um halb Sieben hiess es laut an unserer Tuere klopfend: KERSTIN-SISTER, LAURA-SISTER! DOG!!!- die fuersorglichen Kinder kamen zur allmorgendlichen Hindu-Hundi- Fuetterung...so viel zu indischem Ausschlafen.
Liebste Gruesse und bis bald!
Kerstin und Laura

Mittwoch, 12. November 2008

Mittwoch, 12. November- Von einer indischen Zeremonie...

Aberna, das 3-jaehrige Maedchen als Hauptperson an diesem Tag


Erstaunlich wie laut man mit einer Natheshwaram spielen kann


Wir als Teil der Festgaeste, die die Gaben zum Tempel tragen


Auf der Buehne: in der Mitte der Onkel, aussenrum ist die Familie versammelt

autsch!

...namens Kadhukuthu:

Wenn ein Maedchen in Tamil Nadu sein 3. Lebensjahr beendet hat, findet traditionell die Feier „Kadhukuthu“ statt. Der Anlass der Zeremonie ist das erstmalige Stechen der Ohrloecher des Maedchens. Neben dem Schoenheitsaspekt dient dies nach dem hinduistischen Glauben als Schutz vor dem Boesen und zur Erhaltung der Gesundheit des Kindes.
Im Mittelpunkt dieser Feier steht neben dem Maedchen und den Eltern auch der Onkel, auf dessen Schoss das Kind waehrend des Eingriffs sitzt.

Als Vorbereitung fuer diesen speziellen Anlass bekommt das Maedchen frueh am Morgen den Kopf kahl rasiert, welcher anschliessend mit Santhanam bestrichen wird. Santhanam ist ein gelbes Pulver, das im Hinduismus zur Ehrung und Heiligung genutzt wird.
Die Feier beginnt sobald die Gaeste aus der Verwandschaft und der engen Nachbarschaft eingetroffen sind. Wie viele indische Feiern wird diese durch den Gang zum Tempel eroeffnet. Es werden Teller mit Suessigkeiten, kleinen Snacks, Kokosnuessen, Raeucherstaebchen und natuerlich auch den Ohrringen zum Tempel herangetragen. Diese Prozedur wird lautstark von Musikern begleitet, die auf traditionellen Instrumenten, wie einer Thavil (Trommel) oder einer Natheshwaram (Floete), spielen.
In dem Tempel selbst werden die Gaben von dem Tempelpriester geehrt. Dieser Vorgang entspricht der ueblichen Pooja (Verehrung): nachdem alles Mitgebrachte in dem Tempel aufgebahrt wird, heiligt es der Priester mit einem kleinen Feuer. Anschliessend wird ganz traditionell die Tempelglocke gelaeutet und die Tempelbesucher bestreichen ihre Stirn mit Kunkumam (rotes Pulver) und Santhanam (gelbes Pulver). Zuletzt segnet der Priester die Gaeste, indem er sie mit geheiligtem Kokosnusswasser bespritzt.

Am Ort der Zeremonie werden auf einer festlich dekorierten Buehne die Suessigkeiten, Snacks, Bananen und Ohrringe platziert und die Kerzen zur Eroeffnung der Zeremonie angezuendet.
Nachdem den Eltern des Kindes das neue Kleid fuer die Feier ueberreicht wird, nehmen sie neben den Grosseltern, engen Verwandten und dem Onkel auf der Buehne Platz. Das Maedchen selbst wird auf den Schoss ihres Onkels gesetzt. Nun warten alle gespannt auf den Hoehepunkt der Versammlung. Unter viel Geschrei werden dem Kind schliesslich die Ohrloecher von einem Thattan (Goldschmied) gestochen. Um das Maedchen zu troesten und den Schmerz schnell vergessen zu lassen, wird ihr dabei eine Banane in den Mund gedrueckt. Der gesamte Vorgang ist fuer die Anwesenden sehr amuesant, weswegen lautstark gelacht und geklatscht wird. Je nach Stillhaltevermoegen des Kindes kann dies einige Zeit dauern.

Als Anerkennung und Dank wird dem Onkel anschliessend ein Ring von den Eltern ueberreicht, waehrend dem Maedchen von Verwandten und Freunden Geld geschenkt wird.

Zum Abschluss der morgendlichen Zeremonie gibt es ein zweites grosses Fruehstueck und auch am Mittag werden viele weitere Gaeste fuer ein gemeinsames Festessen erwartet.
Ihr seht also an dem Beispiel mal wieder , wie verschieden die indische Mentalitaet und Lebensweise zu unserer ist. Obwohl dies so ist, sind wir jedes Mal total neugierig auf solch neue Erlebnisse, bei denen wir teilnehmen koennen. Eine Sache, die uns dabei aber regelmaessig nervt, ist, dass wir von vielen Indern immer in den Mittelpunkt gedraengt werden und fuer Fotos herhalten muessen, obwohl wir oftmals viel lieber als stille Beobachter oder als normale Gaeste anwesend waeren. Andererseits bekommt man in den ersten Reihen natuerlich auch viel mehr mit, als in den hinteren.
Jetzt gibt es leckere Idly zu essen, deshalb
indische Gruesse,
von Kerstin und Laura

Samstag, 1. November 2008

Samstag, 1. November- Von Festen, Kindern und Hochzeiten…


Unsere Kinder- inzwischen fast alle Windpocken-frei


Grosse Tanzeinlage einer ganz Kleinen bei der Kleideruebergabe fuer Deepavali


Unsere Chithra und ihr neues Kleid



Ein indischer Tanz bei der grossen Deepavali Function

Laura in den Teeplantagen

Unser neues Lieblingsspiel- Carrum Ball. Hier beim Familystay mit neuem Outfit

Unser Ziel der weiten Reise- ein Fluss zum Planschen

Kerstin und Laura bei schoenstem Wetter (nein, wir laufen nicht immer im Partnerlook rum)
Tee, Tee, Tee und Pfeffer

Kerstin und das kleine Waisenkind (wir wollten ihn mit ins Kinderheim nehmen)

Das kleine Waisenkind und Laura (er wuerde sich wohl nicht mit Paul vertragen)

Der Nationalvogel von Indien

Laura und Laura, Jana und Kerstin. Wir essen EIIIIS!

Wer braucht schon Teller oder Besteck???
Ranjeetha, unser neue identifiziertes Maedchen fuer das Abhaya Shelter

… berichten wir heute. Nachdem wir in unserem letzten Blogeintrag viel von unseren Einblicken in die Projekte von NMCT geschrieben haben, wollen wir heute ein bisschen mehr auf unsere Zwischenmenschlichen Beziehungen zu den Kindern und unseren neuen Freunden und natuerlich auf dieErlebnisse der letzten Tage eingehen.

Seit wir unsere Freundinnen in Indien gefunden haben, hatten wir viele Gelegenheiten uns auch auf sehr persoenlicher Ebene mit ihnen auszutauschen. Das groesste Interesse von beiden Seiten lag meist beim Thema "Marriage- arranged or not?". Leider ist es manchmal auf Grund der Sprachbarriere etwas schwierig, fuer alle Fragen eine Antwort zu erhalten, aber trotzdem koennen wir uns schon ein gewisses Bild von Ansichten der Frauen machen. Dieses Thema beschaeftigt uns natuerlich sehr, weil wir uns einfach nicht vorstellen koennen, jemanden zu heiraten, der von den Eltern als passend ausgewaehlt wird, ohne ihn zu lieben. Es scheint ganz komisch zu sein, denn hier geht die Damenwelt einfach davon aus, dass sie automatisch ihren Ehemann lieben wird. Waehrend es fuer uns ganz normal ist in unserer Jugend das erste mal unsterblich verliebt zu sein, ist es komisch, wie distanziert hier mit dem Thema umgegangen wird, und wie viele Fragen nur unter Lachkraempfen beantwortet werden. Obwohl viele sehr gebildet sind, und von uns als recht westlich eingestuft werden, kommt dann oft gerade von dieser Seite eine grosse Zustimmung zu dieser Art von Ehe. Natuerlich gibt es aber auch viele Zweifel und Aengste, welche von schlechten Erfahrungen der aelteren Schwester oder Bekannten untermalt werden.
Auf unsere Frage hin, was denn ist, wenn sie den Ehemann nicht moegen, bekamen wir folgende Antwort: "That’s the best part- we can blame our parents!!!!"

Vor knapp einer Woche konnten wir hier in Indien das grosse Fest Deepavali miterleben. Schon im voraus mussten dafuer (aehnlich wie in der Weihnachtszeit) Vorbereitungen getroffen werden. Es ist z.B. ueblich, an dem Festtag ein neue Kleidung zu tragen (Seetha hat uns auch je einen Shalwar Kameez mitgebracht). Aus diesem Grund gab es am Freitag vor dem Fest, in unserem Abhaya Shelter eine Zusammenkunft von ungefaehr 40 Kindern, welche von HIV/Aids betroffen sind und ihren Sponsoren von einer grossen Kleiderfirma. Jedem Kind wurde fuer diesen Anlass ein neues Kleid ueberreicht und natuerlich war die Freude sehr gross- sowohl bei den Kindern, als auch bei uns, wie wir die strahlenden und stolzen Gesichter sehen konnten. Als Dank tanzten und sangen die Kinder, oder trugen Gedichte vor. Das ist fuer uns jedes mal sehr faszinierend, denn selbst den Kleinsten scheint schon das Talent zum Singen und Tanzen in die Wiege gelegt zu sein.
Anschliessend hatten wir die Moeglichkeit uns mit einigen der Sponsoren zu unterhalten. Ihr Feedback ueber unsere Arbeit und unser Engagement fuer die Kinder war enorm postiv. Zusammen haben wir festgestellt, dass wir zwar nicht, wie sie, die finanzielle oder materielle Unterstuetzung bieten koennen, dafuer aber die ideele. Naemlich im Sinne von Vorbild-sein , als Ansprechpartner, Lehrer und einer einfach einer engen Bezugsperson, mit der sie viele sorgenfreie, lustige und wertvolle Stunden verbringen koennen. Wir finden es sehr schoen, dass wir hier den gesamten Alltag der Kinder miterleben. Das hat zur Folge, dass viele Englischfortschritte auf die normale Kommunikation beim Essen oder Spielen zurueckzufuehren sind.
Das Fest an sich konnten wir bei einer Gastfamilie in Gudalur erleben. Gudalur liegt ca. 150 km (6 Autofahrstunden) von Coimbatore entfernt, und bietet eine wunderschoene Landschaft in den Bergen. Ehrlich gesagt hatten wir von Deepavali mehr erwartet, aber es schien wohl auch so, dass unsere Gastfamilie nicht besonders euphorisch im Feste feiern ist. So wurde nicht wie versprochen nachts um 3 ein Feuerwerk gestartet, sondern bis um sechs Uhr "ausgeschlafen". Anschliessend wurde jedoch zeremoniell Oel ueber unseren Kopf getroepfelt und das Zimmer ausgeraeuchert. Und natuerlich gab es Suessigkeiten ohne Ende und leckeres Essen. Nachdem Tempelgang am Morgen schien der Tag jedoch eher als "Rest"-Day genutzt zu werden.
Zum Glueck hatten wir sehr nette Nachbarn, die uns spontan in ihre Teeplantagen eingeladen haben, wo wir dann auch den gesamten Nachmittag bei schoenstem Wetter verbracht haben. Wir haben uns wie im Paradies gefuehlt. Im Vergleich zum lauten, schnellen und ueberfuellten Stadtleben von Coimbatore, war es eine wunderschoene –fuer uns neue- Seite von Indien. Auch den naechsten Tag haben wir in der freien Natur verbracht. Wir waren in einem Tribal-Gebiet, umrundet von nichts ausser Gruen. Durch Bananenplantagen, kleinen Pfaden, und knietiefen Matsch, ging es zu einem wilden Fluss, in dem wir unsere schmutzigen Klamotten und Fuesse beim planschen reinigen konnten.
Leider kamen wir aufgrund leichter Zeitverzoegerung, weil wir wie kleine Kinder nicht vom Wasser weg zu kriegen waren, zu spaet zum Elefantenritt und mussten uns mit der Fuetterung zufriedengeben. Wir hatten aber das Erlebnis einen kleinen Elefanten-Waisen zu streicheln…so suesss.

Diese amuesante und erlebnissreiche Zeit war fuer uns eine kleine Erholung, wobei wir diese auch wirklich noetig hatten, da die Tage davor nicht so einfach fuer uns waren.
Jeden morgen machten wir uns mit Banama auf die 3 stuendige Reise nach Tirupur und Avinasi, wo wir durch das CHAHA-Projekt (Children affected with HIV/AIDS -Health and Happiness for all) unsere ersten HomeVisits gemacht haben. Wir haben Kinder in ihren Familien besucht, die entweder selbst AIDS haben, oder durch ihre Eltern von diesem Thema betroffen sind. Viele sind Waisen oder Halbwaisen und leben in fuer uns unvorstellbaren Verhaeltnissen. Die Kinder zu besuchen ist nicht einfach, da man ihnen ansehen kann, wie schlecht es ihnen geht. Sie sind mager und haben so ein traurige Gesicht, dass man glaubt sie haben seit Jahren nicht mehr gelacht. Es ist jedoch gleichermasen wunderbar fuer uns zu sehen, wie NMCT das Leben der Familien und besonders der Kinder verbessert. So haben wir ein Kind (Ranjeetha) als so hilfsbeduerftig identifiziert, dass sie wohl in den naechsten Tagen hier ins Abhaya Shelter ziehen wird. Ihre Eltern sind sehr froh, weil sie nicht wissen, wie lange sie sich noch um ihre Tochter kuemmern koennen. Es wird sicher fuer uns sehr bewegend sein, die Entwicklung von ihr mitzuerleben. Wir sind sehr optimistisch, dass sie sich schnell hier wie die anderen Kinder einleben wird und bald wieder richtig lacht.
Ihr seht also, wir bekommen viel mit von den Traditionen und Festen, koennen uns durch Gespraeche auch gut ueber diese austauschen, erleben viel Armut und Elend, aber koennen auf der anderen Seite Schicksale mit veraendern.

Unsere naechste grosse Aufgabe ist es unsere Kinder aus dem Abhaya zu Hause zu besuchen, um ihren Hintergrund zu erfahren, ihn zu dokumentieren und die Entwicklung bis Ende Februar fest zu halten.
Ausserdem machen wir uns weiter auf die Suche nach PizzaHut, den guenstigsten Schmucklaeden, den besten Kokosnussstaenden und sonstigen Fruchtstaenden, den besten "Eisdielen", den abgefahrensten Geschmacksrichtungen (scharfe unreife Mango- sehr lecker!), den interessantesten Ansichten ueber arrangierte Ehen und natuerlich das beste Futter fuer unseren Paul. Das alles ist uns jetzt moeglich, da wir an unserem freiem Tag alleine in die Stadt fahren duerfen- eine Freiheit von der wir bisher nur getraeumt haben. Unseren ersten Ausflug haben wir vor 2 Wochen mit Laura und Jana aus GSHEC (www.kks-gshec.blogspot.com) unternommen.
Tut uns leid, dass wir so lange nichts aktualisiert haben, aber wir hatten dezente Computerviren und Internetprobleme….und von dem Stromausfaellen reden wir gar nicht mehr…
Allerliebste indische Gruesse
Laura und Kerstin

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