Sonntag, 28. September 2008

28. September- er krabbelt und er springt

..und wir lieben ihn! PAUL ! Unser neuer Mitbewohner.Nachdem wir uns heute morgen leider von unserem Moskitofressenden Gecko Pali verabschieden mussten (er wollte etwas von der Welt sehen und ist deshalb ab durch das Fenster, wo er wohl auch herkam), kam heute ENDLICH der Nachmieter. Wir haben ihn schon am Donnerstag auf der Strasse kennengelernt. Seetha hat ihn dann spontan nach Hause eingeladen,und mit Host und Logie versorgt.
Nach dieser muetterlichen Aufpeppelung kam der ca. 3 Wochen alte Knirps dann zu uns. Er ist ca.20 cm gross, wiegt ca. 750g, hat je nach lichteinfall schwarzblaue Augen, Haarfarbe ist schwarzweiss, und er leidet unter dezenten Stimmungsschwankungen: entweder er ist topfit und erschlaegt uns mit der energie, oder er schlaeft innerhalb von 2 sekunden ein. Kaum sind wir 10 minuten aus dem Zimmer, hoert man ihn auch im Nachbarbueros noch heulen. Man weiss nicht sicher,ob seine eltern auf der Strasse gelebt haben oder ein wohlbehuetetes zuhause hatten, aber eines ist sicher: sie waren wohl Hunde.

Wir lieben Paul, und hoffen, dass wir ihn irgendwie auf unserem Dach und im Bad gross ziehen koennen. Sagt an, habt ihr Hundeerfahrungen? dann gebt uns doch tipps... ist milch denn jetzt gut oder nicht? und wie oft braucht so ein kleiner Hund eigentlich was zu essen ? (Ihr merkt, wir haben die indische unbekuemmerte Mentalitaet schon einwandfrei uebernommen. Das wird schon klappen!)

Uebrigens,die kinder sind jetzt alle zuhause, fuer 10 tage haben wir also quasi weniger zu tun. Natuerlich laufen trotzdem noch die field visits...gestern waren wir in einer Stahlfabrik, war total interessant: heiss, natuerlich alles manuell, und tierisch laut. Dagegen war der heutige tag richtig erholsam: die Frauen aus den Selfhelpgroups haben sich hier versammelt, und wir konnten Zeugen von deren heissen diskussionen sein(die oftmals auch in Traenen endeten- indische Frauen neigen sehr zur Emotionalitaet ).

Natuerlich wissen wir, dass wir uns mit unserem Paul noch 3 fache Arbeit aufgeladen haben, aber wir hoffen dass wir eine tolle zeit miteinander verbringen koennen. Ausserdem sind wir ueberzeugt, dass Seetha den Hund am liebsten selbst behalten haette, aber es von ihren Toechtern verboten bekommen hat. Wir sind somit bestimmt gute Uebergangs-Ersatz-Eltern. Also macht euch keine sorgen,der Hundi ist auch nach dem halben jahr gut aufgehoben... Aber stopp- so weit denken wir ja noch nicht. jetzt kommt erstmal morgen.

Fotos sind gleich hier unten. Schreibt ruhig mal einen Kommentar, wir freuen uns ueber ratsame Tipps.

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Donnerstag, 25. September 2008

Maley Vanakkam!

Wir haben es geschafft, wir sind schon fast eine Woche hier- wir haben Strom, wir haben Rupies, wir haben Handys und Ketchup! Ja, der Ketchup ist manchmal wichtiger als heisses Wasser. Zwar schmeckt uns das Essen meistens, so dass wir sogar manchmal annaehernd so viel essen wie die Kinder. Trotzdem gibt es manche Gerichte, die mit Ketchup neutraliesiert werden muessen, und andere (Reispudding!!!!!milchreis-salzig!!!!) gehen gar nicht. Fuer solche Momente gibt es dann Brot, Ketchup und Eier im Kuehlschrank...extra fuer uns aufgebahrt. Nandri, Seetha!

Innerhalb der einen Woche, die wir jetz hier sind haben wir eine Sache schon ganz schnell gelernt und auch gelernt sich damit abzufinden. Egal, was du planst, welche Zeit du einplanst, oder auf welches Programm du dich einstellst…es wird immer anders kommen als du denkst, und das mindestens 4 mal am Tag. Das heisst, wir leben einfach in den naechsten Tag hinein und schauen, was so alles passiert, bzw. nicht passiert. Denn selbst die alltaeglichsten Dinge, wie Bus fahren, ein Besuch auf dem Gemuesemarkt oder ein Abstecher zum Registrierungsamt ist fuer uns ein Erlebnis.

In den wenigen Tagen, die uns vorkommen wie Wochen, weil wir schon so viel erlebt haben, haben wir schon ganz viele interessante Leute kennengelernt, mit denen wir uns auf englisch, aber vor allen mit Haenden und Fuessen unterhalten haben.

Die Kinder sind auch total super und haben richtig Spass mit ihnen...sie scheinen uns wohl zu moegen.
Dafuer mag uns aber das Internet nicht, das heisst wir haben nicht grade viel und oft Verbindung, aber das stoert uns nur wenig. Wir haben wohl schon ein wenig indische Gelassenheit angenommen!

Fotos folgen!

Ganz liebe Gruesse Kerstin und Laura

Mittwoch, 17. September 2008

17 September- NMCT ruft..

... und schon sind wir da! erstaunlich aber war, wir haben tatsaechlich ohne groessere Zwischenfaelle unser Projekt erreicht. Mirjam und Nicola aus Peace Trust haben uns den ganzen morgen und nachmittag begleitet, da Mirjam aufgrund einer Fussverletztung erst morgen laengere strecken auf sich nehmen kann. (Deshalb auch das Krankenhaus, keine Angst, uns gehts soweit gut- bis auf diverse Magenproleme und Halsschmerzen) Zusammen konnten wir dann gleich Einblick in 2 Projekte von NMCT erhalten, da dort von einer internationalen schule gerade Fuehrungen geplant worden waren. Somit konnten wir gleich das Projekt der Transsexuellen Community kennenlernen, was natuerlich super interessant war, weil die "Damen" mit Humor und Begeisterung alle fragen beantwortet haben. Natuerlich haben wir aber auch ueber ihre Ausgrenzung udn Diskriminierung erfahren. Um eben diese Themen drehten sich auch die Gespraeche im zweiten Projekt. Hier gab es ein Meeting mit HIV infizierten Menschen, die uns sehr persoenliche Einblicke in Ihre Schicksale gaben . Das war sehr bewegend und gleichermasen bewundernswert wie offen sie uns davon erzaehlt haben.
Alles in allem, ist das schoenste eigentlich zu sehen, wie viel NMCT fuer die Menschen macht, wieviel Lebensqualitaet durch viel Liebe und Offenheit und natuerlich finanzieller Unterstuetzung zurueckgegeben wird.

Vor allem als wir heute unsere Kinder kennengelernt haben (sie sind so suess!!!) ist in uns der Wunsch, an diesem Prozess mitzuwirken stark gewachsen.

Irgendwie haben wir festgestellt dass organisationstechnisch vieles nicht so klar ist, sodass wir etwas verwirrt sind und nicht wirklich einen plan haben, was morgen oder die naechsten Tage alles auf uns zukommen wird.
Wir lernen aber eifrig Namen und Sprache ( passt auf- wir kommen zurueck und sind meister in Tamil!) sodass wir hoffentlich bald mehr durchblick haben!

So, wir hoffen dass jetzt auch unser Zimmer fertig gebaut ist ( Eben wurde noch kraeftig gebohrt), so dass wir endlich richtig ankommen und uns heimisch einrichten koennen!

PS: der Abschied von Mirjam und nicola war sehr traenenreich, und wir wuenschen Ihnen und den anderen 4 ATTPlern viel spass und einen Schoene zeit. Wir sehen uns an Weihnachten bei den NONNEN!!!

Laura und Kerstin

Dienstag, 16. September 2008

16. September- Letzter Workshoptag!





Jetzt haben wir fast 5 Tage Workshop hinter uns und haben definitiv einen KULTURSCHOCK! So viele neue Gerueche, so viel neues Essen, neu Gesehenes und neu Erlebtes.

Jedoch wurden wir hier im wunderschoen gelegenen KKID sehr herzlich von Ms. Malathi aufgenommen und betreut, so dass uns der Einstieg erleichtert wurde.

Die Workshoptage waren hauptsaechlich da, um uns erstmal ein bisschen an Indien zu gewoehnen. Das heisst wir haben das indische Essen kennengelernt, ein wenig ueber Glauben in Indien geredet und uns natuerlich den ersten Klamottensatz indischer Klamotten gekauft. Dazu mussten wir in das Stadtcenter von Coimbatore...fuer uns Deutsche eigentlich unvorstellbar, dass an einem Platz so viel Chaos herrschen und so viele Menschen auf einmal rumlaufen koennen. (Vielleicht kann das ein oder andere Foto unseren Eindruck etwas vermitteln.) Wenn solche Umstaende also noch eine "Shoppingtour" von 8 Maedels begleiten, dann kann man sich vorstellen, dass das kein leichtes Unterfangen war!


Wenn man in Indien ist, darf natuerlich auch das Spirituelle und Meditative der Kultur nicht fehlen. Deshalb gab es jeden morgen fuer die Fruehaufsteher eine halbe Stunde Yoga im Meditationsraum, nachdem wir uns unter die eiskalte Dusche gestuerzt hatten. Ausserdem haben wir bereits ein total schoenes Meditationscenter und mehrere Tempel besucht.


Seit gestern sind wir nun auch mit unserer Projektmentorin, Seetha, bekannt und haben festgestellt, dass sie total nett und sehr engagiert und vor allen Dingen organisiert ist, was man nicht von allen Mentoren behaupten kann. Aber das scheint wohl ein bisschen so die indische Mentalitaet zu sein. Ausserdem spricht sie sehr gut englisch und ist eine gute Ansprechpartnerin und wir wurden sofort als Teil ihrer grossen "family" angesehen.

Ihre Erzaehlungen des Projektes und Schilderung unserer Aufgaben laesst uns total gespannt auf morgen sein, wenn es dann die 20 min. zu unserem Projekt geht.


Zum Abschluss unseres Workshops hatten wir gestern einen kulturellen Abend, an welchem wir unsere sing- und tanzkuenste zur Schau gestellt haben und im Gegenzug ein paar indische Kinder aus dem KKID fuer uns getanzt und gesungen haben. Wir waren sehr beeindruckt von ihren Fertigkeiten und ihrer Art zu singen, vor allen Dingen in dem Alter. Aber die Begeisterung war auch auf ihrer Seite, so dass sie voller Euphorie unseren Galoppadentanz mit uns getanzt haben!


Noch etwas gewoehnungsbeduerftig fuer uns sind die Schnaken, die ausschliesslich die Kerstin stechen, das ueberaus leckere und vielfaeltige Essen (vorsich Ironie!!!) und die laendlichen Krankenhaeuser, in dem sich Laura heute ein Antibiotika hat verschreiben lassen (Eidechsen inklusive!!!).


Wir melden uns wieder, wenn wir sicher in unserem Projekt angekommen sind mit noch mehr neuen Eindruecken und Erlebnissen.

Die allerliebsten Gruesse

Kerstin und Laura


Freitag, 12. September 2008

12. September 2008- Wir sind da!!

Wir sind da, und koennen es eigentlich noch gar nicht so glauben. Nach einem nie zu enden scheinenden Flug nach Bangalore, hatten wir dort erstmal 6 Stunden Aufenthalt. Wir ueberbrueckten die Zeit mit Kartenspielen und Kniffel, und versuchten ausserdem ein paar Vokabeln aus den Reisefuehrern auswendig zu lernen (nicht besonders erfolgreich)
Endlich kamen wir also zu der Maschine und mussten feststellen dass es sich hierbei um ein besonderes mondernes Modell der Propellermaschine handelte. Trotz einiger Turbulenzen sind wir sicher am gigantischen Flughafen (Vergleich: Bahnhof Heppenheim) angekommen. Das alles jedoch war nichts gegen die Autofahrt im indischen Kleinbus der uns zum Stuetzpunkt der KKS brachte. Hier werden wir jetzt 5 Tage in einem Workshop verbringen, wo wir auch eingekleidet werden etc. Dann geht es fuer uns beide auch ins gar nicht so weit entfernte NMCT!

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